Transalp
2004
Angefangen hat alles 1999. Damals sind Pim, Peter, Berndt und ich kurzentschlossen die
Alpentour Steiermark
gefahren. Seitdem haben Pim und ich zwei weitere "Mini"-Transalps hinter uns
gebracht und der Bikevirus lässt uns schon längst nicht mehr los. Dieses Jahr wollte ich
meine erste "komplette" Transalp fahren, also mit Start am nördlichen Alpenrand und Ankunft am
Gardasee. Zusammen mit Birgit machte ich also Pläne für unsere Tour und, wie könnte es anders sein, auch Pim hat sich noch eine Woche freigenommen und war mit von der Partie.
Jetzt musste nur noch eine passende Route gefunden werden. Gar nicht so einfach, für Birgit
war es der erste Alpencross und sie ist nicht völlig schwindelfrei. Nach ausführlichem Suchen im
Internet bin ich auf die Seite von
Andreas Albrecht
gestoßen. Seine Philosophie von einer Alpenüberquerung mit möglichst wenig Schiebe- und Tragestrecken deckt sich auch mit meinen
Vorlieben. Nach einer Rückfrage, ob es seiner Ansicht nach auf der von ihm ausgearbeiteten Route
Probleme wegen der Schwindelfreiheit geben könnte, stand fest, dass wir seine Tour 2003-cl
als Grundlage für unsere Tour nehmen würden.
Nachdem wir die Tour nicht besser als Andreas selbst beschreiben können und wir uns auch
nicht mit fremden Federn schmücken wollen, soll es hier nur ein paar Infos und Gedanken
zu unserer Tour geben.
Zunächst einmal ein großes Lob an Andreas. Er hat sich wirklich viel Mühe mit der Ausarbeitung
des Roadbooks gemacht. Wir haben uns nicht ein einziges Mal verfahren und ein Blick in die
Karte war nur selten notwendig. Perfekt!
1. Tag:
Donnerstag, 02.09.04
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Den ersten Tag beschreibt Andreas selbst als "Einrolltag".
Ich für meinen Teil würde ihn beim nächsten Mal komplett weglassen. Warum?
In mir wollte an diesem Tag nicht wirklich ein Transalpgefühl aufkommen.
Zuviel der Strecke verläuft auf Radwegen, lediglich die Passage über den Fernpass vermittelt etwas von dem, was eine Transalp ausmacht. Als Abschluss dann noch der
Radweg von Imst nach Landeck neben der Autobahn, kein schönes Ende des ersten Tages.
Ein für mich besserer Startort scheint St.Anton zu sein. Man kann von dort durch das
Verwalltal Richtung Ischgl fahren. Ein weiterer Aspekt ist, dass man einen kompletten
Tag einsparen kann und am Ende der Tour noch Luft hat um z.B. über den Tremalzo zum Gardasee zu fahren. |
2. Tag:
Freitag, 03.09.04
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Heute führte uns der Weg von Landeck über Tobadil nach Ischgl. Die Strecke im Tal nach
Ischgl empfand ich als auch nicht gerade angenehm, noch ein Argument um in St.Anton zu starten.
In Ischgl geht es zunächst wirklich steil auf Asphalt hinein ins Fimbatal, aber oben angekommen
führt der Weg mit einer angenehmen Steigung Richtung Fimbapass. Spätestens jetzt hat man
das Gefühl, auf der Transalp angekommen zu sein. Wir übernachteten nicht wie von Andreas empfohlen auf
der Bodenalpe, sondern fuhren noch weiter zur Heidelberger Hütte. Obwohl Freitagabend, war auf der Hütte nicht viel los. Mit uns übernachteten noch ungefähr 15 weitere Mountainbiker.
Der Vorteil der Heidelberger Hütte gegenüber der Bodenalpe liegt meiner Ansicht nach darin,
dass man für den nächsten Tag 1 Stunde Zeit gewonnen hat.
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3. Tag:
Samstag, 04.09.04
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Der dritte Tag führte uns über den Fimbapass (1 Stunde Schieben) weiter nach Scuol.
Auf der Abfahrt vom Fimbapass gab es auch den einzigen Defekt der ganzen Tour, als ich mir
einen Platten einfing. Von Scuol ging es weiter Richtung S-charl und über den Pass da Costainas nach St. Maria im Münstertal. Was soll man sagen, eine super Strecke, der Weg zum Pass da
Costainas war für mich ein Highlight der Tour. Übernachtet haben wir nicht in der Jugendherberge in St.Maria,
sondern im Hotel Stelvio. Eine nach unserer Meinung gute Alternative (40 EUR/Person im
Dreibettzimmer inkl. super Frühstuck).
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4. Tag:
Sonntag, 05.09.04
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Am Vorabend gab es noch einen kräftigen Regenschauer, doch zum Aufbruch ins Val Mora schien
die Sonne von einem stahlblauen Himmel. Perfekte Voraussetzungen für einen perfekten Tag.
Rückblickend war dieser Tag für mich der wohl beste Biketag den ich bis jetzt erleben durfte.
Warum? Das Val Mora ist atemberaubend, cruisen auf 2000 Meter Höhe mit
Singletraileinlagen. Die Fahrt auf dem Höhenweg nach Arnoga bietet traumhafte Blicke ins Tal.
Anschließend durch das Alpe Verva und Schotterdownhill nach Eita. Zum Schluss noch auf Nebensträßchen nach Grosio. Das Hotel Sessalla ist eine prima
Unterkunft, hier kann man sich wirklich wohlfühlen. Ein perfekter Tag! |
5. Tag:
Montag, 06.09.04
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Am Morgen war die Sonne verschwunden und auf unserer Fahrt nach Fumero versteckten sich
die Berggipfel hinter den Wolken. Doch während wir die Serpentinen in das kleine Bergdorf hochkurbelten, verirrten sich bereits die ersten Sonnenstrahlen durch das Wolkenmeer. Die Auffahrt ins Val Rezzalo ist zwar anstrengend, aber dafür wird man mit einem Hochtal belohnt, wie es in den Alpen nur noch selten zu finden ist. Einzelne, zum Teil verlassene Gehöfte, eine alte Kirche, dazu wird die Sonne immer wieder von dichten Wolken verdeckt... Eine tolle Stimmung. Ich hatte das Gefühl, einen Zeitsprung in die Vergangenheit unternommen zu haben.
Selbst die längere, aber nicht schwierige Schiebepassage, ist hier willkommen, kann man doch so die Eindrücke dieses herrlichen Tales noch besser in sich aufnehmen. Nach erreichen des Passo dellŽAlpe führte uns der Weg weiter zum Gaviapass und von dort nach Ponte di Legno. Wir übernachteten im Hotel Cerva. Das Hotel versprüht schon einen sehr morbiden Charme, ob ich dort
noch einmal übernachten würde?? |
6. Tag:
Dienstag, 07.09.04
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Heute morgen steht der Weg zum Passo Tonale auf dem Programm. Die Straßenauffahrt ist nicht schwierig und wir sind schnell oben angekommen. Dem Pass selber kann ich gar nichts abgewinnen, dort befindet man sich im Skigebiet des Tonalepasses und sowas sieht im Sommer nie wirklich gut aus. Ich glaube, dass bei gutem Wetter die Auffahrt zur Montozzo-Scharte, so wie es Andreas in seinem 2004er Bericht beschreibt, die wesentlich bessere Alternative darstellt, um weiter nach Fucine und dann nach Madonna di Campiglio zu fahren. |
7. Tag:
Mittwoch, 08.09.04
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Bei kühlen 6 Grad starteten wir in Madonna di Campiglio zu unserer letzten Etappe. Da Pim evtl. noch am gleichen Tag mit dem Zug zurück fahren wollte, haben wir die Fahrt durch die Brenta leider ausfallen lassen müssen und sind auf der Straße nach Stenico gefahren. Dort folgten wir wieder der Route von Andreas durch das Val di Lomasone. Nach zwei heftigen Schiebestücken auf alten Römerpfaden war es dann endgültig geschafft und es ging zum letzten mal bergab nach Riva. |
Fazit:
Alles in allem eine super Transalp. Wir hatten wirkliches Glück mit dem Wetter und haben nur einmal kurz vor Scuol ein paar Regentropfen abbekommen. Auch von Defekten blieben wir (fast) verschont.
Sollte ich diese Transalp noch einmal fahren, würde ich jedoch den ersten Tag weglassen und dafür in St.Anton starten. Die
gewonne Zeit ließe sich für eine Schlussetappe über den Tremalzo nutzen.